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Der Mitmach-Blog von Müttern für Mütter in NRW

„Bis heute genieße ich es, Teil der Gemeinschaft zu sein.“

von | 13. April 2021 | Unsere Geschichten

Archiv Gruppenfoto aus Yvonnes Anfängen beim MuM in Münster. Inzwischen ist sie seit 10 Jahren Teil der Gemeinschaft.
Gruppenbild aus den Anfängen von Yvonnes Engagement im Mütterzentrum und Mehrgenerationenhaus MuM in Münster / Foto: MuM e.V.

Ich ging ein paar Mal im MuM Kaffe trinken und fand die internationale Gemeinschaft wundervoll.

Als mein erstes Kind kam, wohnte ich in Gievenbeck in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Ich hatte
mir unglaublich gewünscht schwanger zu werden. Endlich war sie da – nach drei Jahren erfolgloser Versuche und einer Fehlgeburt, die wir verkraften mussten.

Voller Glück saß ich stundenlang fasziniert vor meinem Kind und habe mich zunächst für nichts anderes interessiert. Mein Mann hatte einen zeitintensiven Job, war 50 Stunden in der Woche arbeiten. Deshalb war ich oft allein und suchte Anschluss. So entdeckte ich das Müttercafé des MuM Vereins. Schnell wurden meine Besuche zu einer festen Größe in meinem Alltag.

Im MuM erfuhr ich Wertschätzung, Unterstützung und Solidarität.

Schnell wurde ich wieder schwanger – meine Tochter war gerade erst neun Monate alt. Meine Familie drängte mich, meine Tochter deshalb abzustillen – aber das klappte gar nicht. Ich fühlte mich elend – weinte viel und war unheimlich erschöpft. Die Frauen des im Müttercafé bestärkten mich, auf mein Bauchgefühl zu hören – so stillte ich weiter und mein Bauch wuchs. Die mütterliche Solidarität und die Unterstützung haben mich durch diese anstrengende und aufwühlende Zeit getragen. Als mein Sohn geboren wurde, spazierte ich mit Kind auf dem Rücken und Kinderwagen schiebend glücklich weiter ins MuM.

Ich fand mich ruckzuck als aktives Mitglied einer lebendigen Gemeinschaft für den Stadtteil wieder.

Dass sich Mutter sein, politisch zu diskutieren und sich ehrenamtlich zu engagieren nicht gegenseitig ausschließen, das lernte ich im MuM. Ich machte mit Baby an der Brust einfach bei den Vorstandssitzungen mit und organisierte barrierefreie Spaziergänge mit Kinderwagen und Rollator – denn das MuM ist nicht nur ein Mütterzentrum, sondern auch ein Mehrgenerationenhaus. Ich verliebte mich in das Gefühl, den Stadtteil, in dem meine Kinder aufwachsen sollten, mitzugestalten.

Die Frauen aus dem MuM wurden für mich zur Familie.

Die ehrenamtliche Arbeit im MuM gab mir Mut zur beruflichen Veränderung. Als es Zeit wurde, ins Arbeitsleben zurückzukehren, wollte ich meine Kinder eigentlich noch nicht fremdbetreuen lassen. Also wurde ich Tagesmutter, ergänzte meine beiden Kinder um zwei weitere – von Frauen, die mitten im Studium steckten.

Meine Familie im MuM gab mir in den letzten zehn Jahren die Kraft, familiäre Krisen mit psychischen Erkrankungen, einigen schwer zu verkraftenden Todesfällen und einem wirklich irrsinigen Bau eines Einfamilienhauses gut zu überstehen. Es war einfach immer jemand für mich da. Und ich für die anderen.

Mit tollen und einzigartigen Frauen im Mütterzentrum und Mehrgenerationenhaus unsere Welt täglich ein wenig besser zu machen, das treibt mich an. Inzwischen bin ich nicht mehr nur in unserem Stadtteil aktiv, sondern auch als Vorstandsfrau im Bundesverband der Mütterzentren für ganz Deutschland.

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Yvonne

Mit meiner Familie lebt Yvonne am Rande der Fahrrad-Stadt Münster und genießt besonders am Wochenende die Touren zu den vielen kleinen Wasserschlösschen und Hofläden in der Nachbarschaft.

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